Diärese:
Pause
im Inneren der Verszeile, bei der Kolon- bzw. Wortgrenze einerseits und Versfußgrenze andererseits (
Versfüße
) zusammenfallen.
Diäresen können auf der Ebene des
metrischen Schemas
vorgeschrieben sein, wie z.B. in der deutschen Nachbildung des Alexandriners mit dem obligatorischen Verseinschnitt nach dem dritten
Jambus
(zwischen 6. und 7. Silbe):
v – v – v – | v – v – v – (v)
Auf der Ebene des
Rhythmus’ des konkreten Einzelverses
betonen häufige Diäresen das metrische Schema und führen leicht zu einem staccatoartigen Duktus (bzw. zum ‚Klappern’) des Verses. Ein einprägsames Beispiel findet sich am Anfang der ersten ‚Männerstrophe’ in Schillers Gedicht Würde der Frauen (1795). Hier fallen durchwegs die Versfußgrenzen (hier im Text eingezeichnet) mit Wortgrenzen zusammen:
Ewig | aus der | Wahrheit | Schranken
Schweift des | Mannes | wilde | Kraft
|