Rollen in der narrativen Kommunikation
Autor, realer:
Historische oder gegenwärtige Person, die den Text verfasst hat
Impliziter Autor:
Konstrukt, das der Leser aus den Textelementen gewinnt; unterscheidet sich vom realen Autor und vom Erzähler, weil der implizite Autor immer nur eine Vorstellung bleibt, die sich niemals ganz mit dem realen Autor und dessen Absichten deckt.
Die Unterscheidung von Erzähler und implizitem Autor ist für die Analyse von unzuverlässigen Erzählern des Typus ‚Kind’, ‚Lügner’, ‚Verrückter’ oder ‚Eingeschränkter’, unverzichtbar.
Erzähler:
‚Stimme' im Text oder ‚Sprecher' eines Textes. Kann im Gegensatz zur Alltagskommunikation nicht unhinterfragt mit dem realen Autor gleichgesetzt werden. Kann als Figur realisiert werden oder nur als Stimme.
Literarische Erzähltexte unterscheiden sich von Alltagskommunikation u.a. dadurch, dass die Erzählstimme und der Autor nicht gleichzusetzen sind. Man kann wohl in den meisten Fällen einen engen Bezug zwischen solchen Textnormen und Autorpositionen annehmen. Nicht das Fehlen einer Autorintention unterscheidet also literarische Texte von nicht-literarischen, sondern der Umstand, dass die Sprecherintention, wie sie aufgrund der Erzählstimme rekonstruierbar ist, deutlich markiert von der Autorintention abweichen kann (wie z.B. beim unzuverlässigen Erzählen).
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Kriterien
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Typen des Erzählens
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Darstellungsmodus
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explizit - implizit
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diegetischer Status
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diegetisch - nicht-diegetisch
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Hierarchie
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primär - sekundär - tertiär
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Grad der Markiertheit
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stark - schwach markiert
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Personalität
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persönlich - unpersönlich
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Homogenität der Symptome
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kompakt - diffus
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Wertungshaltung
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objektiv - subjektiv
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Kompetenz
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allwissend - im Wissen begrenzt
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räumliche Bindung
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allgegenwärtig - an einen bestimmten Ort gebunden
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Introspektion
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ohne Introspektion
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Zuverlässigkeit
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unzuverlässig - zuverlässig
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Figuren:
Die Kommunikation der Figuren untereinander bildet eine eigene Ebene. Bei der Analyse ist zu beachten, dass man die Aussagen einer Figur, auch wenn sie im Text sehr privilegiert ist, nicht als Meinung des Autors interpretieren sollte. Man hat es mit vermittelter Kommunikation zu tun: Der Autor lässt einen Erzähler erzählen, was die Figuren sagen. Der Figur ist in dieser Einführung ein eigenes Kapitel gewidmet.
Zuhörer/Leser:
Der Zuhörer oder Leser kann im Text als Figur auftauchen oder nicht. Er ist der vom Erzähler angesprochene Agent, er befindet sich also auf derselben Ebene wie der Erzähler.
Modell-Leser:
Textbasiertes, anthropomorphes Konstrukt, das gekennzeichnet ist durch die Kenntnis aller einschlägigen Codes und auch über alle notwendigen Kompetenzen verfügt, um die vom Text erforderten Operationen erfolgreich durchzuführen. Der Modell-Leser hat außerdem ein Gedächtnis, um das textspezifische Wissen aufbauen zu können, sowie die Fähigkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen.
Leser, realer:
Person oder Personengruppe, die den Text liest oder hört. Entweder historisch oder gegenwärtig.
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